Aktuelles

EU-Rat gegen „Industrialisierungsziel“ aus Brüssel

Lesen Sie den vollständigen Artikel von Tagesspiegel Background, erschienen am 30. Juni 2026 hier.

„Die EU-Staaten lehnen offenbar einen zentralen Zielvorschlag der EU-Kommission für die industrielle Produktion ab. Dies geht aus einer Beschlussvorlage der zyprische EU-Ratspräsidentschaft hervor, verfasst mit Blick auf eine Positionierung zum EU-Gesetz zur Beschleunigung der Industrie (Industrial Accelerator Act, IAA).

Die EU-Kommission will mit dem IAA festlegen, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten bis 2035 mindestens 20 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung über die produzierende Industrie erreichen. Darunter fallen etwa die Herstellung von Autos, Stahl und Chemikalien, aber auch die Produktion von sauberen Technologien wie Batteriespeichern, Wärmepumpen oder Windturbinen.

Stattdessen empfehlen Fachleute um den Industrieökonomen Finn Ole Semrau in einer Analyse des IAA-Vorschlags, die europäische Industriepolitik entlang klar getrennter Ziele zu gestalten – in den Bereichen Dekarbonisierung, Wettbewerbsfähigkeit und geopolitische Bedenken. Zudem müsse die EU strategische Sektoren enger und transparenter definieren, sich mehr auf zukunftsweisende Technologien fokussieren und weniger darauf, bestehende Industriestrukturen zu stützen.“